Palermo – Grandi Navi Veloce – Genua – Austria

Ich genieße die letzten 3 Tage auf Sicilia sehr. Morgens fahre ich schon sehr früh nach Mondello in das Conco d’oro-Auschan Center um die letzten Einkäufe zu erledigen. Auch Paolo meinem Parrucchiere statte ich einen letzten Besuch ab und liege dann faul in der Sonne direkt am Meer. Andrea ist in dieser Zeit mit Pasquale und dem Radsportverein on Tour. Die Erdbeersaison neigt sich auf Sicilia gerade dem Ende zu und ich erstehe auf dem Markt noch eine ganze Kiste voller duftender Früchte. Wer weiß, ob ich nach den fürchterlichen Überschwemmungen in der Heimat heuer noch welche bekomme.


Dann heißt es wieder einmal Arrivederci zu sagen. Wir machen alle nicht gerade den glücklichsten Eindruck und so manche Träne muss weg gewischt werden. 
Andrea hat einen neuen und kürzeren Weg zum Hafen in Palermo erkundet und rasch sind wir vor dem Hafengebäude von Grandi Navi Veloce um unsere Biglietti abholen zu können und sehen, wie unser Schiff * La Suprema * aus Genua kommend gerade anlegt. Sehr wenige LKW und Womo’s warten um an Bord fahren zu können und sehr wenige Fahrzeuge verlassen das Schiff.

Es ist ungewohnt ruhig im Hafengelände. Tja, ist ja auch kein Wunder bei der Wirtschaftskrise und der nicht geraden weisen Entscheidung der Reederei. Grandi Navi Veloce hat – wie ich bereits auf diesem Blog berichtet habe – Camping on Board eingestellt. Ein Transport ist nur noch möglich, wenn eine Kabine bzw. ein Pullmann Sessel dazu gebucht wird. Die Preise haben sich dadurch so sehr erhöht, dass sich diese Transportmöglichkeit einfach nicht mehr rechnet. Das Schiff verfügt zwar über alle erdenklichen Luxuseinrichtungen, die natürlich zusätzlich bezahlt werden müssen, aber auch die Reisekasse schwer belasten. Was uns als Passagiere während der Reise aber am meisten zu schaffen gemacht hat, war die nicht abstellbare Klimaanlage. Es war an Board eisig kalt. An schlafen war überhaupt nicht zu denken und wir haben alle furchtbar gefroren. Selbst der Bordelektriker konnte keine Abhilfe schaffen. Ich bin um 4:30 Uhr aufgestanden und an Deck gegangen. Dort war es um die Zeit erheblich wärmer.

Ich habe mir schnell eine Sonnenliege geschnappt und bin sofort eingebüselt. Gegen 8:00 Uhr waren dann alle Passagiere aus diesem Grund an Deck und niemand mehr in der Kabine. Der Tag verlief bei strahlendem Sonnenschein recht kurzweilig mit netten Gesprächen mit den anderen Mitreisenden. Gegen 15:30 Uhr mussten die Kabinen geräumt werden. Ankunft des Schiffes in Genua war um 17:30 Uhr.

Um 18:00 Uhr wurden wir aufgerufen zu unseren Fahrzeugen zu gehen. Und hier trifft uns der nächste Schock. Es ist soooo heiss und stickig im Unterdeck, dass ich fast keine Luft mehr bekomme. Andrea ist froh, daß er sofort von Board fahren, auf dem Seitenstreifen halten und dann alle Türen und Fenster öffnen kann. Ich muss in dem stickigen Unterdeck ausharren, da ein besonders schlauer und pfiffiger italienischer Womofahrer davon überzeugt war, dass er mit seinem übergroßen und breiten Womo über die PKW Spur schneller das Schiff verlassen könne. Prompt ereilte ihn die Strafe und er blieb an der Decke und zwischen den Schiffswänden stecken und blockierte unsere Ausfahrt. Am liebsten hätte ich ihn erwürgt.
Nebenbei bemerkt, muss es während der Überfahrt so heiß im Unterdeck gewesen sein, dass der Kühlschrank ständig in Betrieb gewesen sein muss und eine fast volle 11 kg Gasflasche verbraucht hat. Anders ist das sonst nicht zu erklären. Einen Stromanschluss für die Fahrzeuge gab es auf diesem Schiff nicht.
Seit 7 Jahren fahren wir jedes Jahr mit der Grandi Navi Veloce nach Sizilien und wieder retour. Aber eine so teure Reise und einen so schlechten Aufenthalt auf einem Schiff hatten wir noch niiiiiiiee. Die Ausstattungen der bisherigen Schiffe „Forza“ sowie „Trinacria“ waren wohl nicht derart luxerös wie auf der „La Suprema“, aber dennoch für die 19 Stunden an Board vollkommen ausreichend und angenehm.

Als auch ich endlich das Schiff verlassen und hinter Andrea halten kann, beschließen wir kurzerhand auf einen Genua Besuch zu verzichten und sofort Richtung Cremona zufahren. Die Ausschilderungen in Genua in Richtung Autobahn sind sehr gut, wir fahren durch grüne Landschaften und so erreichen wir Cremona noch vor Einbruch der Dunkelheit. Hier finden wir einen schönen ruhigen Parkplatz direkt vor dem Ospedale. Großen Hunger haben wir beide nicht mehr und fallen todmüde in unsere Koje.
Am nächsten Tag frühstücken wir gemütlich und brechen dann Richtung Arta Therme auf, wo wir ohne besondere Vorkommnisse am nachmittag ankommen. (In Parma bleiben wir diesmal nicht stehen, da wir bald unsere Freunde zu einem anderen schönen Anlass treffen werden.) 
Hier bleiben wir noch einige Tage, machen lange Spaziergänge und gehen oft in die Therme.
Auch wenn es uns schwer fällt Italien zu verlassen ist es dann soweit. Wir fahren hinauf auf den Plöckenpass und schauen nach 8 Monaten hinüber in die Heimat Austria.

Es ist so gut wie kein Verkehr und wir kommen gut voran. In Lienz kurz vor dem Felber-Tauerntunnel erfahren wir, daß dieser durch einen Felssturz komplett gesperrt ist. Oh je… jetzt müssen wir die ganze Strecke bis Spital retour fahren. Aber auch hier kommen wir gut weiter, fahren durch die schöne Landschaft Österreichs. Obertauern ist um diese Zeit total ausgestorben, schaut trostlos aus und lädt nicht gerade zum verweilen ein. Wir kommen bis Werfen und dann ereilt uns das Schicksal * der Straßensperrung * wieder. Also wieder zurück, geradewegs auf die Autobahn und in Golling wieder runter und dann ohne Probleme weiter nach Salzburg. Als wir zu Hause ankommen ist es bereits 22:30 Uhr.

Buona notte!!!

Hätten wir nur auf Euren Ratschlag: „Bleibt auf Sicilia“ gehört.

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