♥ Olio di olivia ♥



Zweifellos wurde der Olivenanbau auf der Insel von den Sizilioten, den sizilianischen Griechen eingeführt. Im Gebiet der Madonie hat der Olivenbaum seine Verbreitung jedoch vor allem dem Unternehmungsgeist einer der großen Vasallen des 16. Jahrhunderts zu verdanken: dem Marchese Geraci.
Dieser Herr, Besitzer eines sehr weitläufigen Gebietes gab den Bauern die Möglichkeit, die Oleaster (wilde Olivenbäume) zu veredeln, die auf seinem Grund und Boden standen und damit Besitzer dieser Bäume zu werden.
So kam es, daß sich die Hügel der Gemeinden Geraci, San Mauro und Castelbuono zusehens mit Olivenhainen bedeckten und heute zu den homogensten Olivenanbaugebieten Siziliens zählen.
Die Bäume, die sich im Besitz der Bauern befanden, standen jedoch auf Ländereien, die auch weiterhin dem Marchese, der Gemeinde, der Abtei und der Kirche gehörten. Und das war noch nicht alles, denn die Bauern waren außerdem dazu gezwungen, die geernteten Oliven in der einzigen Olivenpresse zu pressen, die sich vor Ort befand. Und diese Presse gehörte dem Marchese, der sich damit das „Nazzolo“-Recht erwarb. Dieses Recht bestand darin, daß die Oliven, die unter die Presse kamen, nur dreimal ausgepresst werden durften. Auf diese Art und Weise verblieb ein Teil des Öls in den Pflanzenfasern, die man „coffe“ nannte und wurde später vom Besitzer der Olivenpresse herausgepresst.
Im Jahr 1811, in dem dieses Feudalrecht aufgehoben wurde, begann man, private Olivenpressen zu eröffnen.
Den Olivenbäumen der Madonie sieht man ihr hohes Alter an ihren gekrümmten und um sich selbst gewundenen Stämmen und an ihren rauhen und mit Rissen übersäten Rinde an. Den verschiedenen Sorten wurden hübsche Namen, nämlich Frauennamen wie „nuciddara“, „ogghiarola“ und „bianculidda“ gegeben.
Auch heute noch hat das gelbe, aromatische Olivenöl der Madonie seinen ursprünglichen Geschmack, einen Geschmack, der an Speisen erinnert, die mit traditionellen Geräten zubereitet wurden. Es wird in den sogenannten „giare“ aufbewahrt, bei denen es sich um große Terrakottagefäße handelt, die in die Erde eingegraben werden und das Öl vor starken Temperaturschwankungen und vor dem Lichtkontakt zu schützen.
Mille Grazie Signore Guido Stecchi

Anmerkung: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, beteiligen wir uns gerne an der Olivenernte.

Wir beziehen die Produkte immer direkt beim Erzeuger und daher ergeben sich z.B solche http://kurier.at/lebensart/genuss/der-olivenoel-schwindel/823.527 Diskussionen für uns nicht. Ein weiter Vorteil ist, wir bekommen netten Kontakt mit Einheimischen und so manches leckeres Rezept mit auf den Weg.

Nachtrag: Auf vielfachen Wunsch habe ich nun noch einige weitere Exemplare von Olivenbäumen angefügt. Zum Vergrößern einfach mit der Maus in das Bild klicken.


2. Nachtrag: Aufgrund Eurer Anfragen habe ich das Gefühl, dass die meisten unter Euch nicht wissen, welchen Unterschied es zwischen kalt gepresstem Olivenöl und normalen Olivenöl gibt.
Olio extra vergine d’olivia ist kalt gepresst und kommt aus der ersten Pressung. s. Bilder
Kalt gepresstes Olivenöl darf nur bis max. 120° Grad erhitzt werden, da ansonsten u.a sich schädliche Stoffe entfalten können. Deshalb verwende ich dieses Öl nur für Salate, Pastasaucen und für Gerichte die nicht mehr hoch erhitzt werden müssen.
Normales Olivenöl aus der zweiten und der dritten Pressung verwende ich zum Frittieren und Braten.


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