Il Vino – Madonie Sicily

Der Weinanbau im Gebiet der Madonie ist fast so alt wie der Olivenanbau. Er wurde selbst während der Sarazenerherrschaft weiter betrieben, obwohl den Arabern der Weingenuss aus religiösen Gründen versagt war.
Die Weinberge, die sich heute nur noch über eine kleine Fläche erstrecken, befanden sich auf den Großgrundbesitzen, auf den Ländereien der Klöster sowie auf sehr vielen privaten Landgütern, die sich in Küstennähe, auf Hügeln mittlerer Höhe und im Vorgebirge befanden.
Es wurden nur ortsgebundene Weinreben angebaut, mit denen sowohl Rotweine wie z.B. der Perricone und der Nerello als auch Weißweine wie der Catarratto, der Grillo und der Inzolia hergestellt wurden.
Ungefähr Mitte September und demzufolge in der Zeit kurz vor der Weinernte, boten die Dörfer einen seltsamen Anblick: vor vielen Häusern waren Weinfässer aufgestellt worden, die für den neuen Traubenmost vorbereitet werden mussten.
In den Fässern aus Kastanienholz, von den ortsansässigen Handwerkern hergestellt, war bereits der Wein des Vorjahrs gelagert worden. Aus diesem Grunde mussten sie zunächst ausgewaschen und mit einem Absud aromatisiert werden, den man „Stufa“ nannte und der aus Wein, Johannisbrot, Orangenschalen und Blättern von Sauerkirschbäumen bestand. Danach wurden die Fässer in die Keller zurückgebracht, wo sie mit Ketten aus Schwefelzylindern sterilisiert wurden, die angezündet wurden, nachdem man sie in den Fässern aufgehängt hatte.
Der Traubenmost wurde mit sogenannten „lanceddi“ abgemessen, bei denen es sich um Behälter aus verzinntem Blech mit einem Fassungsvermögen von 8 Litern handelte und auf dem Rücken von Eseln in Schläuchen transportiert, die man „vacchine“ nannte. Wer nicht selbst Wein anbaute, kaufte den Traubenmost für den Familiengebrauch während der Kelterung, die in eigens dafür vorgesehenen Räumlichkeiten stattfand, die man „palmenti“ nannte.
Grazie Signore Guido Stecchi

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